Richmondshire District Council

Richmond's Explorer Road

Weltweit gibt es mehr als 50 Richmonds, doch dieses nördliche Tor zu den Yorkshire Dales ist das Original. Die Stadt am Ufer des Flusses Swale liefert Künstlern mit ihren historischen Häusern und der normannischen Burg schon seit Jahrhunderten reichlich Inspiration.

Sie wurde von den Normannen als Festung gegründet, um die wilden Stämme des Nordens unter Kontrolle zu bringen. Schon bald erhielt Richmond königliche Privilegien zur Abhaltung von Märkten und Messen und wurde zu einem mittelalterlichen Machtzentrum der Region. Ihren Wohlstand hatte die Stadt anfangs dem florierenden Handel zu verdanken. Auch heute noch fällt es leicht, sich auf dem gepflasterten Marktplatz mit dem riesigen Obelisken aus dem Jahr 1771 das bunte Treiben vorzustellen, das hier im Mittelalter herrschte.

Der Handel hat in der Stadt auch heute noch seinen Platz, auch wenn dieser nicht mehr nur von den großartigen Erzeugnissen aus den fruchtbaren umliegenden Regionen dominiert wird. In der täglich geöffneten Markthalle zum Beispiel können Sie Kunst, Kunsthandwerk, Bücher und Schmuck erstehen. Dieses wunderschöne Gebäude aus dem Jahr 1854 liegt unweit des Marktplatzes. Am Samstag findet außerdem jede Woche ein Markt im Freien statt, wo Obst, Gemüse, Käse und Fleisch angeboten werden. An jedem dritten Samstag des Monats wartet ein spezieller Bauernmarkt mit regionalen Erzeugnissen, wie leckerem Wensleydale-Käse aus der Region, den Sie unbedingt kosten sollten.

All diese herzhaften lokalen Speisen machen die Einheimischen groß und stark: zumindest galt dies für die Green Howards! Leider existiert dieses legendäre Regiment, das ein fester Bestandteil der Stadt war, heute nicht mehr, nachdem es 2006 mit dem Yorkshire-Regiment im nahen Catterick zusammengelegt wurde. Dennoch können Sie im Regiments-Museum in der alten Trinity Church am Market Place noch immer entdecken, wie sich die Howards getreu ihrem Motto „Sei der Beste“ im Krimkrieg und in beiden Weltkriegen auszeichneten. Erfahren Sie mehr über Heldentaten und bestaunen Sie ergreifende persönliche Gegenstände, wie Briefe von den geliebten Menschen zu Hause. 

Das wichtigste Wahrzeichen von Richmond ist die Burg, eine der ältesten normannischen Festungen in Großbritannien. Sie wurde im späten 11. Jahrhundert von Alan Rufus – aufgrund seiner Leistungen bei der für die Normannen siegreichen Schlacht von Hastings auch als Alain der Rote bekannt – errichtet. Die Lage der Burg auf einem Felsvorsprung über dem Fluss Swale gab der Stadt Ihre Namen: Richemont, „starker Hügel“. Erkunden Sie zunächst die mächtigen Mauern, von denen aus Sie einen großartigen Ausblick über den Fluss und den gepflegten Cockpit Garden haben, bevor im Inneren das interaktive Museum wartet. Im Ersten Weltkrieg wurde die Burg als Gefängnis für Kriegsdienstverweigerer genutzt, einschließlich der Richmond Sixteen.  Diese 16 Absolutisten verweigerten aus religiösen Gründen selbst den Einsatz ohne Waffen im Krieg. Von ihnen in die Mauern geritztes Graffiti ist einer der Höhepunkte der Ausstellung.

Der große Bergfried, der im 12. Jahrhundert von Alans Enkel Conan errichtet wurde, ist ohne Frage der Star der Show. Auch wenn Ihre Beine am nächsten Tag vielleicht schmerzen werden, der anstrengende Aufstieg lohnt sich aufgrund der wunderbaren Ausblicke über die Dächer der Stadt und die Felder des Yorkshire Dales Nationalparks, die mit einem wunderbaren Muster aus Trockensteinmauern durchzogen sind.

Da es in Yorkshire kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung gibt, sollten Sie, egal ob bei Regen oder Sonnenschein, am Flussufer entlang und an den Wasserfällen vorbei zu den Ruinen der Easby Abbey laufen. Diese war ein Lieblingsmotiv des berühmten englischen Malers JMW Turner und seiner malenden Zeitgenossen. Die Abtei wurde 1152 gegründet und ist heute noch gut erhalten. Der Speisesaal, das Torhaus und die Schlafsäle sind noch immer zu erkennen und die Gemeindekirche auf dem Gelände, wird sogar heute noch genutzt. Verpassen Sie an diesem friedlichen Ort auf keinen Fall die seltenen Wandgemälde aus dem 13. Jahrhundert.

Nahe der Abtei führt Sie dann eine Brücke auf die andere Flussseite und auf die ehemalige Bahnlinie zwischen Darlington und Richmond, auf der Sie zurück in die Stadt gelangen. Dieser ca. 1,5 km lange Weg bringt Sie zu The Station. Das Geschnatter von Pendlern mag in diesem ehemaligen Bahnhof heute fehlen, dafür sind in dem großartigen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert eine Galerie mit moderner Kunst und ein Café untergebracht.  Ebenfalls hier zu finden: die Richmond Brewing Company. Sie können diese Brauerei, in der handwerklich produzierte Biere gebraut werden, bei einer Tour erkunden und ihre Produkte, die nach örtlichen Stätten, Ereignissen und Mythen benannt sind, anschließend kosten.

Zurück im Stadtzentrum wird deutlich, dass die Normannen diese Stadt mit dem Bau ihrer Burg zwar gegründet haben, geprägt aber wurde sie in einem anderen Zeitalter. Die georgianische Epoche von ca. 1715 bis 1837 war die Blütezeit der Stadt, in der auch der Großteil der eleganten Architektur entstand. Im späten 18. Jahrhundert war die Stadt auch für Pferderennen auf der heute nicht mehr existierenden Rennbahn bekannt. Die schönsten Häuser aus dieser Zeit finden Sie in den Straßen und Gassen, die vom Market Place abgehen und die so faszinierende Namen wie Frengate, Newbiggin und Friars Wynd tragen. Teil dieses Vermächtnisses ist das Georgian Theatre Royal, Großbritanniens ältestes, in seiner ursprünglichen Form erhaltenes Theater. Hier finden Sie auch das älteste Bühnenbild des Landes, die sogenannte Woodland Scene.

In der Finkle Street bringen Galerien wie Showcase und Arthaus die Kunstszene von Richmond dann ohne Frage ins 21. Jahrhundert. Im Arthaus können Sie Werke des Künstlers Mackenzie Thorpe genießen. Thorpe gab seine Karriere in einer Schiffswerft in seiner Heimatstadt Middlesbrough auf und wurde zu einem international bekannten Künstler. Seine Gemälde von viereckigen Schafen und großen Herzen locken heute Kunstliebhaber aus aller Welt in diese Galerie. Alt und neu: Es gibt zahlreiche Gründe, um dieser Marktstadt im Norden des Landes einen Besuch abzustatten!

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